Dem Wechsel vom Frühling in den Sommer folgt auch ein Wechsel in dem dominierendem Dosha. Durch die Hitze vermehrt sich von Mitte Juni bis Mitte September das Pitta Dosha. Pitta ist dem Element Feuer zugeordnet und der Körper verspürt automatisch den Drang einen natürlichen Ausgleich zum Klima zu schaffen. So verspüren wir z.B. eher Appetit auf leichte Speisen und kühlende Getränke. Auch meine Yogapraxis verändert sich sobald die Temperaturen steigen. Neben den erwärmenden Einflüssen auf unseren Organismus steigert sich auch unser Aktivitätslevel. Mir kommen neue Ideen und gefühlt ist alles möglich im Sommer. Es ist unwahrscheinlich welche Kraft von der Sonne ausgeht und sie erinnert uns an das eigene Licht in uns.

In der Zeit in der das Pitta gestärkt wird spüren wir das Feuer in uns. Auf unserer energetische Ebene bringt uns das Transformation und Wachstum. Gleichzeitig kann Hitze uns reizen oder ermüden, weil wir an unsere Leistungsgrenzen stoßen. Die Berlin Yoga Conference bietet vom 24. – 26. Mai 2019 ein abwechslungsreiches Programm, in dem du in Yin sowie auch Yang Yoga üben kannst . Hier ein paar Tipps für deine Yogapraxis, um cool durch den Sommer zu kommen.

Yoga im Sommer

Hitze aktivieren- Pitta stärken; Die Wärme macht unsere Bänder und Muskeln sehr flexibel und man sagt, dass der Winter dem Yin zugeordnet wird – dem Weiblichen und Dunklem und der Sommer dem Yang – dem Männlichen und Hellem. Im Yin Yoga ziehen wir uns nach Innen zurück und praktizieren eine passive Yogapraxis. Im Yang Yoga kommen wir in das Aktive nach außengehende. Das heißt, dass viele kraftvolle Asanas wie die Krieger oder Standhaltungen, die Lebendigkeit und Vitalität bringen, gefragt sind. Die Verbindung zum Prana, der Lebensernergie wird so gestärkt. Im Sommer habe ich oft Lust mich auf körperlicher Ebene mehr zu fordern und auszuprobieren, um das Feuer in meinem Körper zu entfachen.

„Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ Albert Schweitzer

Kühle erzeugen- Pitta reduzieren; Wenn dein Kreislauf sowieso aus dem Gleichgewicht ist und du Schwierigkeiten hast dich zu konzentrieren, dann rate ich dir zu einer ruhigen und kühlenden Praxis. Umkehrhaltungen wirken dabei entlastend für das Herz-Kreislaufsystem. Vorbeugen bringen dem Körper Ruhe, lenken dein Bewusstsein mehr nach innen und lassen den Geist abkühlen. Achte auf eine verlängerte Ausatmung. An einem warmen Sommerabend vor dem Schlafen gehen, genau das Richtige.

Wichtig ist, dass du auf dich selbst hörst, wenn du schon genug Hitze spürst oder dir eher nach kühlender Praxis ist, passt du deine Yogapraxis dementsprechend an und gleichst aus. Vergesse nicht dir immer wieder Pausen zu gönnen.

Sitali, die kühlende Atmung

Als Sinnesorgan wird die Zunge dem Element Feuer zugeordnet. Wenn du deinen Körper und Geist abkühlen möchtest, dann hilft dir dabei die Sitali Atmung.

Anleitung: Strecke deine Zunge raus und rolle sie dann zur Mitte hin zusammen, als würdest du ein Röhrchen dazwischen halten wollen. Solltest du deine Zunge nicht einrollen können, drücke die Rückseite deiner Zungenspitze stattdessen von innen gegen deine Schneidezähne. Die Zunge sollte gut vom Speichel befeuchtet sein. Atme so durch die Zunge ein und ziehe für die Ausatmung die Zunge zurück, atme durch die Nase aus. Wiederhole die Atmung solange, bis du dich merklich abgekühlt hast.

Affirmationen für den Sommer

Ich liebe den Weg so sehr wie das Ziel.

Ich finde in jeder Situation das Licht und das Gute.

Ich vertraue, dass alles zur richtigen Zeit und auf die richtige Weise kommt.

Licht strömt in mich, Licht umhüllt mich, Licht heilt mich.

Innere Abkühlung

Diese ayurvedischen Gewürze eignen sich im Sommer gut , um das Verdauungsfeuer anzuregen ohne Pitta dabei zu sehr zu verstärken: Ingwer, Kardamom, Koriander, Fenchel und Gelbwurz. Als süße Gewürze bieten sich Kardamom oder Zimt an.

Generell sind eher die Geschmackrichtungen süß, bitter und herb zu bevorzugen.  Leichte Speisen wie gedünstetes Gemüse fördern die Verdauung. Eiskalte Getränke sind nicht förderlich, am besten trinkst du warmes Wasser, Ingwer-  oder Kräutertee.

Ayurvedisches Ingwerwasser

Gebe 2-3 Scheiben frischen, geschälten Ingwer in 1 Liter Wasser. Kurz aufkochen und ca. 15 Minuten köcheln lassen. Trinke das Ingwerwasser über den Tag verteilt.

Rosenblütentee

6 getrocknete Rosenblüten (doppelte Menge frische Blüten)

600 ml Wasser

1 gute Msp. gem. Ingwer

1 gute Msp. Zimtpulver

1 gute Msp. Vanille

¼ Tl gem. Kardamom

Die Rosenblüten mit kochendem Wasser überbrühen und ca. 10 Minuten ziehen lassen. Dann die Gewürze unterrühren und abseihen. Warm oder kalt trinken.